Hapkido

Hapkido
 

Hapkido ist eine koreanische Kampfkunst, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Ein Teil ihrer Techniken gehen das japanische Daito Ryu Aiki Ju Jutsu zurück.

Hap steht für die Harmonie zwischen Geist und Körper

Ki steht für die geistige und körperliche Kraft

Do steht für den Weg und die Lehrmethode

Hapkido ist eine Kampfkunst, welche der Selbstverteidigung dient. Die Kampfkunst Hapkido weist eine Vielzahl von Techniken mit und ohne Waffen auf, weil sie in der Auswahl ihrer Techniken keinerlei Beschränkung kennt. Alles, was der Verteidigung dient, wird verwendet: Schlag- und Tritttechniken, das Hebeln von Gliedmaßen und das Werfen des Gegners.

Dabei wirkt man auf die empfindlichen Stellen des Gegners ein, um mit einem Minimum an Einsatz ein Maximum an Wirkung zu erzielen. Ziel ist es, eine angemessene Verteidigung zu verwenden, die der Schwere des Angriffs entspricht.

Hapkido hat sich nicht zum Wettkampfsport entwickelt, sondern konzentriert sich weiterhin auf die ursprüngliche Selbstverteidigung. Generell besteht im Hapkido eine unbeschränkte Wahl der Techniken. Es werden sowohl Tritt- und Schlagtechniken als auch Wurf- und Hebeltechniken sowie Techniken mit verschiedenen Waffen gelehrt. Formen wie im Taekwondo gibt es im traditionellen Hapkido nicht. Im Freikampf dürfen alle erlernten Techniken angewandt werden.

Tritte und Schläge

Die Beintechniken des Hapkido sind mit denen des Taekwondo verwandt, was auf das gemeinsame koreanische Erbe beider Kampfkünste zurückgeht. Das Hapkido kennt jedoch zusätzlich Abwandlungen dieser Techniken. Trittfläche ist nicht bloß der Fuß, sondern auch das Schienbein oder Knie. Üblicherweise hoch ausgeführte Tritte werden auch tief eingesetzt, z. B. zum Ober- oder Unterschenkel des Gegners oder als Beinfeger.

Die Anwendung der Schlagtechniken ist im Hapkido konsequent auf die besonders empfindlichen Stellen des Gegners und seiner Nervenpunkte ausgerichtet, wozu Grundkenntnisse der Anatomie und der Akkupunkturpunkte gelehrt werden.

Würfe

Im Hapkido werden Würfe gleichberechtigt mit den Distanzen für Hand- und Beintechniken gelehrt. Gegen einen schnell und energisch ausgeführten Wurf gibt es kaum eine Gegenwehr. Zusätzlich wird anders als beispielsweise beim Judo in viele Würfe eine Hebel- oder Schlagtechnik integriert. Eine Vielzahl von Würfen wird auch direkt über das Hebeln von Gelenken initiiert. Sollte der Gegner dennoch Gegenwehr leisten, kann man ihn dann am Boden weiter gut kontrollieren.

Hebel

Hebel sind womöglich die vielseitigsten Techniken des Hapkido. Damit kann man einem unmittelbar bevorstehenden Angriff zuvorkommen, indem man auf den Gegner zugeht und mit einem Hebel festhält; einen Tritt kann man umlenken und den Angreifer zu Boden bringen; einen festgehaltenen Arm kann man befreien und anschließend den Gegner in einem Transportgriff festhalten. Ein Hebel, z. B. am Handgelenk des Gegners, erlaubt das kontrollierte Ausüben von Schmerzen, so dass man ihn vollständig beherrscht. Je nach Zustand des Gegners kann man den Schmerz dabei gezielt und zweckentsprechend dosieren.

Waffen

Neben den Abwehrtechniken gegen Messerangriffe gehört für Fortgeschrittene auch die Ausbildung an Waffen zum Hapkido-Training. Es wird der Umgang mit Schwert, Lang- und Kurzstock sowie die alltagstypischen Gegenstände Seil/Gürtel und Spazierstock zu Verteidigungs- und Konterzwecken beim Training geschult.

Die Tritt-, Schlag-, Wurf-, Hebel- und Waffentechniken des Hapkido sind jedoch nicht isoliert zu betrachten. Vielmehr kann man sich auf die jeweilige Selbstverteidigungssituation einstellen und aus einem großen Repertoire die geeigneten Abwehrtechniken auswählen und miteinander kombinieren. Die Anwendung der Techniken erfolgt sehr direkt und effizient.